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ZEIT LEO  Ausgabe 8/2019

Warme Hütte

Die Weltretter-Idee

Text: Alina Schadwinkel
ZEIT Leo 8/2019 Warme Hütte
ZEIT Leo 8/2019: Warme Hütte
Illustration: Marc Hennes

Was ist das Problem?

Rund 650.000 Menschen haben in Deutschland kein Zuhause. Das sind mehr Menschen, als in der Stadt Stuttgart leben. Weil zum Beispiel die Mieten ständig teurer werden, können sich immer mehr Männer und Frauen kein eigenes Zimmer leisten. Viele von ihnen übernachten in Heimen, wo sie ein Bett und einen Schrank für sich haben. Dochü manchen ist es dort zu voll und zu laut. Sie legen sich nachts auf eine Parkbank oder schlagen ein dünnes Zelt auf. Solche Menschen sind obdachlos. Jetzt im Winter kann das gefährlich sein: Wenn es sehr kalt wird, werden sie krank oder erfrieren.

Was ist die neue Idee?

Zusammensteckbare Iglus sollen Obdachlose vor der Kälte schützen. Ein Entwickler aus Frankreich hat sie erfunden und so genannt, weil seine ersten Entwürfe so weiß wie die Schneehäuser waren: Die fertigen Unterschlupfe sind jetzt aber grau. Es sind Röhren: zwei Meter lang und 90 Zentimeter hoch. Man kann darin also nur liegen. Sie sind auch nicht aus Schnee, sondern aus Kunststoff. Die Hülle ist fünf Zentimeter dick und von innen mit einer Aluminiumschicht überzogen. Die schützt vor Kälte. In der Tür sind außerdem Luftlöcher, sodass man gut atmen kann.

Was ist daran so toll?

Das Beste ist die Temperatur. Im Iglu ist es ungefähr 15 Grad wärmer als draußen. Wenn die Temperatur draußen bei zwei Grad liegt, ließe sich im Iglu also bei recht angenehmen 17 Grad schlafen. Gut ist auch, dass Obdachlose damit ihren eigenen Unterschlupf bekämen, in dem sie beim Schlafen ganz für sich sein können. Die Iglus sollen aber nicht immer wieder auf- und abgebaut und tagsüber mitgenommen werden. Wenn sie überhaupt zusammengefaltet werden, sollte man sie an einem bestimmten Ort lagern – nahe eines Heims etwa. Dorthin können die Schlafgäste dann abends zurückkehren.

Wie geht es jetzt weiter?

In drei Ländern gab es vergangenen Winter schon Iglus: in Frankreich, in Tschechien und in Belgien. Mehr als 200 Stück hat die französische Firma insgesamt verteilt. Danach hat das Iglu-Team die Menschen gefragt, wie ihnen das Iglu gefiel. Die darin geschlafen hatten, fühlten sich wohl. Einige wünschten sich größere Iglus, in denen zwei Personen schlafen können. Die Firma möchte nun, dass Städte ihren Obdachlosen nicht nur Iglus zur Verfügung stellen, sondern auch einen Ort, an dem sie sie nachts aufbauen können. Ein Iglu soll aber eine Notunterkunft bleiben. Auf Dauer ersetzt es keine Wohnung.

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