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ZEIT LEO  Ausgabe 1/2020

Kino für Blinde

Die Weltretter-Idee

Text: Alina Schadwinkel
ZEIT Leo 1/2020 Kino für Blinde
ZEIT Leo 1/2020: Kino für Blinde
Illustration: Zane Zlemeša

Was ist das Problem?

Fantastische Welten, mitreißende Musik, dazu süßes Popcorn – Kino ist ein echtes Erlebnis. Aber nicht für alle: Menschen, die wenig bis gar nichts hören, sehen nur die Bilder. Gehörlose Kinder verpassen also, wie im verwunschenen Wald ein Wirbelsturm auf Elsa und ihre Freunde zubraust. Und blinde Kinder sehen nicht, wie der Sturm die Freunde wild durch die Luft wirbelt: Sie hören nur den Ton. Gehörlose und blinde Kinder gehen daher oft gar nicht erst ins Kino. Es gibt zwar ein paar Filme, die speziell für sie gemacht sind, aber die laufen meist nur im Fernsehen. Und sie sind selten richtig neu.

Was ist die neue Idee?

Eine Smartphone-App hilft Menschen mit Seh- und Hörproblemen jetzt, im Kino alles mitzubekommen. Wer blind ist, kann sich über Kopfhörer berichten lassen, was gerade auf der Leinwand passiert. Gehörlose Kinofans lesen auf ihrem Display Gespräche und Geräusche mit. Die App heißt Greta und ist kostenlos. Wer sie auf dem Smartphone hat, kann jedes Jahr in 120 neue Filme gehen. Auch Kinderfilme sind dabei. Im Kino erkennt die App am Soundtrack, wann der Film anfängt. Dann beginnt auch sie mit ihrem Programm. Dafür ist es ganz egal, in welchem Kinosaal man sitzt und wie viel Uhr es gerade ist.

Was ist daran so toll?

Jetzt müssen sich blinde und gehörlose Kinder nicht mehr ausgeschlossen fühlen. Sie können mit ihren Freunden in den Kinosesseln sitzen, Popcorn mampfen und an den gleichen Stellen wie alle anderen weinen, lachen und mitfiebern. Sie verstehen, was im Film passiert, weil die App eine Brücke für sie baut. Sie erfahren nun, wann ein wichtiges Geräusch kommt oder eine entscheidende Bewegung. In der Schule können die Kinder jetzt mitreden, wenn andere etwa über den neuen »Eiskönigin«-Film sprechen. Einzige Bedingung: Sie müssen einen Film besuchen, der schon in der App gespeichert ist.

Wie geht es jetzt weiter?

Die Erfinderin der App möchte noch mehr Kinofilme anbieten. Auch aktuelle Serien sollen dazukommen. Die App soll dann nicht nur Untertitel und Beschreibungen auf Deutsch haben, sondern auch auf Englisch, Französisch und in anderen Sprachen. Für gehörlose Menschen soll es außerdem bald eine Datenbrille geben. Die ähnelt einem Kopfhörer mit einem kleinen, durchsichtigen Display, das man vor ein Auge klappt. Wer die Brille aufsetzt, sieht die Untertitel einfach durch das Filmbild laufen. Er oder sie braucht dann nicht mal mehr ein Smartphone, sondern guckt einfach wie alle anderen auf die Leinwand.

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