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ZEIT LEO Ausgabe 7/2019

Ist der komplett durchgeknallt?

Das denken manche über »HeyMoritz«. Hier erzählt der YouTuber, wieso er sich dauernd verrückten Challenges stellt.

Interview: Marc Engelmann

Du lässt dir Ohrringe stechen, färbst deinen Hund pink oder schließt deine kleine Schwester an einen Lügendetektor an. Wie kommst du auf die Ideen für deine Videos?
Das ist bei mir immer komplett spontan, ich hab dafür kein Skript oder so. Ich weiß nur grob, was ich machen will, das meiste ergibt sich beim Dreh.

Erzähl doch mal!
Letztens waren wir nachts in einem Schwimmbad und haben so getan, als ob wir auf geheimer Mission wären und keiner uns erwischen darf. Am Ende hat sich das Video zu einem halben Horrorfilm entwickelt, obwohl wir das gar nicht vorhatten!

Andere YouTuber drehen in ihrem Kinderzimmer.
Das wär mir zu langweilig. Ich hab eine ganze Liste mit Orten, an denen ich bald mal drehen will: Ich könnte zum Beispiel Minigolf auf einer Dachterrasse spielen. Oder irgendwelche ungewöhnlichen Dinge in der Küche frittieren. Immer, wenn mir was Witziges einfällt, tippe ich es ins Handy. Ist der komplett durchgeknallt? Das denken manche über »HeyMoritz«. Hier erzählt der YouTuber, wieso er sich dauernd verrückten Challenges stellt.

Guckst du dir auch Sachen ab?
Ja, zum Beispiel von »Yes Theorie« aus den USA. Die machen die verrücktesten Aktionen, so etwas wie: sich auf Partys in Los Angeles schmuggeln. Oder einen Globus drehen und dort hinfliegen, wo der Finger hingezeigt hat. Von den deutschen YouTubern finde ich »HeyAron« cool. Sein Humor ist mega dreist, und ich mag, dass der Typ so offen und souverän ist.

So kommst du in deinen Videos auch rüber. Wie machst du das?
Man muss sich einfach vornehmen: Jo, ich präsentiere heute. Außerdem zwing ich mich dauernd dazu, Dinge zu tun, die mir eigentlich unangenehm sind: etwa fremde Leute auf der Straße anzusprechen. Oder mich in einen Whirlpool mit Eis zu setzen. Freiwillig ein Referat halten. Wenn man das oft macht, kriegt man übung!

Sind deine Freunde auch so drauf?
Ja, mit denen hat alles angefangen. Bevor ich bekannt wurde, hab ich mit meinen Freunden schlechte Comedys und Actionvideos gedreht. Eins habe ich »Nachts vom Campingplatz geschmissen werden« genannt. Mir sind dann mit jedem Video krassere Ideen gekommen. Irgendwann dachten meine Freunde: »Ist der eigentlich komplett durchgeknallt?!«

Kannst du über dich selbst lachen?
Klar, ich mach mich dauernd über mich selbst lustig! Aber Freunde zu veräppeln macht auch Spaß.

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ZEIT Leo 7/2019
Foto: Marian Schmid

Moritz Schirdewahn ist 17 Jahre alt.
Sein YouTube-Kanal »HeyMoritz« hat über 1,2 Millionen Follower.
Mehr als 700 Videos hat Moritz bislang veröffentlicht. Ein Team hilft ihm dabei.
2019 spielte er zusammen mit anderen Jugendlichen, die man von TikTok und YouTube kennt, im Kinofilm »Misfit« mit.

 

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