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ZEIT LEO Ausgabe 8/2022

Die Forscherin Stefanie Arndt verbringt 100 Tage in der Antarktis. Das wollte der Kinderrat* von ihr wissen.

Protokoll: Sarah Schaschek
Foto: Stefanie Arndt/Alfred-Wegener-Institut; Illustration: Johanna Knor; Infografik: Tiago Majuelos

Wie kommst du zur Forschungsstation? Zuerst fliege ich nach Kapstadt in Südafrika. Von dort geht es weiter in die Antarktis. Zuletzt bringt mich eine kleine Propellermaschine zur deutschen Neumayer-Station. Ein Schneesturm kann meinen Zeitplan aber jederzeit durcheinanderbringen.

Was erforschst du genau? Ich bin Meereis-Forscherin und interessiere mich für die Farbe des Eises. Die weißen Polarregionen kühlen den Planeten ab. Schmilzt der Schnee darauf und wird brüchig, sieht er dunkler aus. So schützt er weniger gegen die Klimaerwärmung. Ich schaue, wie sich die Farbe gerade verändert.

Wie sehen deine Tage auf der Station aus? Bei gutem Wetter fahre ich mit dem Schneemobil aufs Meereis und mache meine Messungen: Wie dick ist der Schnee, wie dick ist das Eis? Bei Sturm bin ich auf der Station gefangen. Dann gucke ich mir meine Ergebnisse an. Langweilig wird es nie.

Worauf freust du dich am meisten? Ich werde zwischendurch 400 Kilometer weit Richtung Südpol fahren – nur mit einer anderen Person. Dort müssen wir im Zelt übernachten.

Komm mit in die Antarktis:
ZEIT LEO begleitet die Physikerin Stefanie Arndt auf ihrer Forschungsreise und berichtet im Magazin, auf der Kinderseite der ZEIT und im Newsletter »Post von ZEIT LEO«.

Willst du selbst Fragen an Steffi schicken?
Schreib an antarktis@zeit.de.

Einen Expeditions-Ausweis zum Ausdrucken findest du hier: zeitleo.de/antarktis

Hast du Angst, einzufrieren? Nein. Wenn ich draußen bin, bin ich gut eingepackt. Die kälteste Temperatur, bei der ich draußen war, waren minus 42 Grad. Allerdings hat es sich angefühlt wie minus 60 Grad, denn es war windig. Jede Bewegung war anstrengend.

Was esst ihr? Das Forschungsschiff »Polarstern« bringt ab und zu Trockennahrung wie Nudeln und Reis und Dinge, die man einfrieren kann. Im Dezember kommt auch mal ein Flugzeug mit frischem Obst und Gemüse. Das hält sich aber nicht lange.

Wie trinkst du Wasser, ohne dass es gefriert? Wenn ich draußen arbeite, nehme ich heißen Tee mit. Damit kann ich auch Schrauben auftauen.

Wie viel Geld verdienst du beim Forschen? Ich krieg kein Extrageld für die Kälte. Im Gegenteil: Wenn ich in einer Firma am Schreibtisch säße, könnte ich mehr verdienen. Immerhin muss ich fürs Essen und die Unterkunft nichts bezahlen.

Wie wird die Forschungsstation geheizt? Mit speziellem Arktis-Diesel und Windkraft.

Im Dezember geht der antarktische Sommer los, dann ist es die ganze Zeit hell. Kommst du da nicht durcheinander? Nein, bei der Helligkeit braucht mein Körper ohnehin nur wenig Schlaf. Und jeder Tag bekommt einen klaren Rhythmus durch die Mahlzeiten.

Spielst du in der Freizeit mit anderen Forschern Spiele wie »Uno« oder »Monopoly«? Es gibt einen Tischkicker und Billard auf der Station, und bestimmt kann man auch »Uno« spielen. Mit mir wohnen bis zu 60 andere Leute dort, Gesellschaft habe ich also genug!

Was war deine lustigste Begegnung im Eis? Auf meiner ersten Expedition habe ich britischen Kollegen geholfen, Geräusche von Walen und Robben aufzunehmen. Am Strand kam uns ein Adeliepinguin entgegen. Mein Kollege fing an, in Pinguinsprache mit ihm zu sprechen. Ich bin allerdings nicht sicher, worüber sie gesprochen haben.

*Die Fragen hat der ZEIT LEO-Kinderrat gestellt. Mehr über Max, Marie, Maya, Nina und Elias erfährst du hier.

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