zeit.de

ZEIT LEO  Ausgabe 3/2020

ZEIT Leo 3/2020 :: AFD? NEE!

AFD? NEE!

Mit der wollen viele Politiker anderer Parteien nicht zusammenarbeiten. Sie sagen: Die Partei ist gefährlich.

Text: Alena Specht

Neulich nach der Wahl in Thüringen: Der AfD-Politiker Björn Höcke geht auf den Mann zu, der gerade zum Ministerpräsidenten gewählt worden ist. Er streckt ihm seine Hand entgegen, um ihm zu gratulieren. Doch der andere bewegt seinen Arm nicht einmal. Er weigert sich, dem AfD-Politiker die Hand zu geben. Mit dem Coronavirus hat das nichts zu tun. Der neue Ministerpräsident von Thüringen wollte damit in etwa sagen: Jemanden, der die Demokratie nicht achtet, den achte ich auch nicht. Bei einigen Menschen kommt die Partei AfD sehr gut an. In Thüringen findet jeder vierte Wähler sie gut. Viele Menschen denken aber auch wie der Ministerpräsident von Thüringen. Denn ein Teil der AfD will Dinge, die das Leben in Deutschland massiv verändern würden.

Die AfD ist rassistisch. Viele ihrer Politiker glauben nicht, dass alle Menschen gleich viel wert sind. Sie finden, dass Christen besser sind als Muslime und sind der Meinung, dass nicht alle Menschen das Recht haben, in Deutschland zu leben. Ein AfD-Politiker hat sogar den Fußballer Jérôme Boateng wegen seiner dunklen Hautfarbe beleidigt und gesagt, dass er in Deutschland als fremd empfunden würde und dass niemand ihn als Nachbarn haben wolle. Ein anderer Politiker der AfD hat Flüchtlinge »Parasiten« genannt, als seien sie eklige Tiere. Damit bedroht die Partei das gute Zusammenleben. Außerdem wollen Politiker der AfD erreichen, dass es in Deutschland weniger demokratisch zugeht. Es gibt bei einer Wahl ja immer mehrere Parteien, unter denen sich die Bürger eine aussuchen können. Wenn eine Partei genügend Leute für sich begeistert, darf sie für eine bestimmte Zeit regieren – und die anderen passen bis zu den nächsten Wahlen auf, dass die Regierung das ordentlich macht. Teile der AfD möchten das ändern, wenn sie an die Macht kommen. Dann wollen sie die anderen Parteien loswerden. Sie nennen sie deswegen schon »Altparteien«, als seien die so was wie Schrott. Und sie sagen, dass sie bei diesen Parteien »aufräumen« und »ausmisten« würden.

Deshalb hat der Verfassungsschutz jetzt beschlossen, einige Politiker der AfD zu beobachten. Der Verfassungsschutz ist ein Geheimdienst, der in Deutschland spioniert. Er ist dafür zuständig, das Land vor Gefahren zu schützen. Dazu behält er Menschen im Blick, die Deutschland schaden wollen. Nun darf der Geheimdienst Politiker wie Björn Höcke und seine Unterstützer genau beobachten und schauen, was sie gegen die Demokratie tun. Das ist auch ein Zeichen an die AfD. Der Staat zeigt ihr damit: Wir wissen, dass einige eurer Politiker gegen das sind, was Deutschland ausmacht, und haben euch im Auge. Denn es ist nicht das erste Mal, dass hierzulande eine neue Partei immer stärker wird, die bestimmte Menschen verachtet und gegen die Demokratie ist. Vor fast 90 Jahren kam ein gefährlicher Mann an die Macht. Er hieß Adolf Hitler. Der hat erst alle anderen Parteien verboten. Und dann den größten Krieg der Welt angefangen. Damit so etwas nicht noch einmal passiert, passt der Verfassungsschutz auf.

 

Zurück

Jetzt ZEIT LEO testen.

Spannende Geschichten, knifflige Rätsel und viele Ideen zum Selbermachen – das alles steckt in ZEIT LEO, dem bunten Magazin für Kinder ab 8 Jahren.

Jetzt testen!

 

© ZEIT LEO | Zeitverlag Gerd Bucerius GmbH & Co. KG | +49 40 32 80 0 |