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Abenteuer Antarktis

Komm mit auf Forschungsreise an den Südpol!

Eine Welt aus Eis und Schnee
Foto: Stefanie Arndt

100 Tage verbringt die Polarforscherin Stefanie Arndt in diesem Winter in der Antarktis. Auf der ZEIT LEO-Kinderseite, im ZEIT LEO-Magazin und hier auf dieser Website berichtet sie regelmäßig von dort.

Steffi will aber unbedingt auch wissen, was dich interessiert und was du über die Antarktis herausfinden willst.

Schick deine Frage per Mail an antarktis@zeit.de

Viele Kinder haben das bereits getan. Hier sind einige ihrer Fragen und die Antworten von Polarforscherin Steffi.

Warum heißt die Neumayer-Station Neumayer-Station?
Giulian

Georg von Neumayer war ein bekannter deutscher Polarforscher. Er ist schon vor mehr als 100 Jahren gestorben. Die Station wurde nach ihm benannt, um ihn für seine Arbeit als Wissenschaftler zu ehren.

Wie schafft ihr es, dass die Polarstation nicht im Schnee versinkt?
Benedict , 9 Jahre

Die Neumayer-Station III ist einzigartig: Sie kann nämlich wachsen! Sie steht auf Stelzen, die man ausfahren kann, wenn viel Schnee fällt – und das passiert immer. In den vergangenen sieben Wochen wurde die Station daher zwei Mal erhöht. So versinkt sie nie. Cool, oder?

Wie sieht die Forscherstation aus? Und wer hat die dort aufgebaut?
Fabian, 6 Jahre

Gebaut wurde die Station im Auftrag des Alfred-Wegener-Instituts, bei dem ich in Deutschland arbeite. Der Wohnbereich der Station besteht aus zusammengeschraubten Containern. Davon merkt man aber nichts, innen sieht alles ganz modern aus. Auf zwei Etagen haben wir ein großes Wohnzimmer, wo wir Filme schauen oder Billard und Kicker spielen. Dann haben wir noch Waschräume, Büros, Labore, eine Küche und sogar eine kleine Krankenstation – hier in der Antarktis gibt’s ja kein Krankenhaus. In unseren Schlafzimmern, wir nennen sie Kammern, schlafen wir in Etagenbetten. Insgesamt haben wir ungefähr 50 Betten auf der Station. Wenn im antarktischen Sommer viele Forschende kommen, ist es hier so rappelvoll, dass einige draußen in Wohncontainern schlafen müssen. Die sind auch gemütlich, aber man muss immer durch Eis und Schnee zur Station rüberflitzen, wenn man in den Waschraum oder zum Essen will. Außerdem gehören zur Station noch Lagerräume für das Essen und für Maschinen und eine Art Garage für unsere Schneemobile.

Gibt es eine Heizung, oder machst du ein Lagerfeuer? 
Kindergarten Wunderfitz, Lörrach

Frieren müssen wir auf unserer Forschungsstation zum Glück nicht, wir haben eine Heizung! Die wird mit der Abwärme der Dieselgeneratoren, die unseren Strom erzeugen, betrieben. Und wenn wir draußen sind, packen wir uns ganz warm ein. Ein Lagerfeuer brauchen wir nicht.

Welche Forschungsprojekte gibt es aktuell auf der Neumayer-Station? 
Giulian

Eine ganze Menge. Einige Kollegen von mir messen, wie viel Ruß in der Luft herumfliegt. Die ist hier eigentlich sehr sauber, unsere Station macht aber ein bisschen Dreck, weil wir zum Beispiel Maschinen benutzen. Die Kollegen messen, wie viele Abgase sich von der Station verteilen und wie weit die Schmutzteilchen vom Wind weggetragen werden. Wir wollen mit unserer Arbeit der Umwelt so wenig wie möglich schaden.

Es gibt auch Forschungsprojekte zu den Tieren in der Antarktis. Da fragen sich meine Kolleginnen und Kollegen zum Beispiel, wie sich die Pinguine in der Gruppe bewegen, damit ihnen weder zu kalt noch zu warm wird. Eine andere Forschergruppe untersucht, wie Robben jagen, also wie, wann und wo sie ihre Nahrung erbeuten. Weil hier zwischen Oktober und März immer wieder Kollegen an- und abreisen, wechseln auch die Projekte, an denen geforscht wird.

Was arbeitest du? 
Hivyan Ali

Ich untersuche das Meereis: Ich messe zum Beispiel nach, wie dick die Eisschicht ist und wie dick die Schneeschicht darauf. Mich interessiert auch, wie das Meereis mit der Umgebung zusammenwirkt, etwa mit dem Ozean oder dem angrenzenden Landeis.

Wie viele Stunden arbeiten Sie am Tag?
Jordan

Das ist ganz unterschiedlich. Wenn das Wetter gut ist und ich raus aufs Eis kann, bin ich schon mal zehn oder zwölf Stunden am Stück unterwegs. Da merke ich gar nicht, wie die Zeit vergeht. Wenn es stürmt, bleibe ich in der Station und arbeite am Computer. Und bei dieser Expedition wird mir sowieso nie langweilig, weil ich ja immer noch die Berichte für euch schreibe und eure Fragen beantworte.

Welche Forschungsprojekte gibt es aktuell auf der Neumayer-Station? 
Giulian

Eine ganze Menge. Einige Kollegen von mir messen, wie viel Ruß in der Luft herumfliegt. Die ist hier eigentlich sehr sauber, unsere Station macht aber ein bisschen Dreck, weil wir zum Beispiel Maschinen benutzen. Die Kollegen messen, wie viele Abgase sich von der Station verteilen und wie weit die Schmutzteilchen vom Wind weggetragen werden. Wir wollen mit unserer Arbeit der Umwelt so wenig wie möglich schaden.

Es gibt auch Forschungsprojekte zu den Tieren in der Antarktis. Da fragen sich meine Kolleginnen und Kollegen zum Beispiel, wie sich die Pinguine in der Gruppe bewegen, damit ihnen weder zu kalt noch zu warm wird. Eine andere Forschergruppe untersucht, wie Robben jagen, also wie, wann und wo sie ihre Nahrung erbeuten. Weil hier zwischen Oktober und März immer wieder Kollegen an- und abreisen, wechseln auch die Projekte, an denen geforscht wird.

Was arbeitest du? 
Hivyan Ali

Ich untersuche das Meereis: Ich messe zum Beispiel nach, wie dick die Eisschicht ist und wie dick die Schneeschicht darauf. Mich interessiert auch, wie das Meereis mit der Umgebung zusammenwirkt, etwa mit dem Ozean oder dem angrenzenden Landeis.

Wie viele Stunden arbeiten Sie am Tag?
Jordan

Das ist ganz unterschiedlich. Wenn das Wetter gut ist und ich raus aufs Eis kann, bin ich schon mal zehn oder zwölf Stunden am Stück unterwegs. Da merke ich gar nicht, wie die Zeit vergeht. Wenn es stürmt, bleibe ich in der Station und arbeite am Computer. Und bei dieser Expedition wird mir sowieso nie langweilig, weil ich ja immer noch die Berichte für euch schreibe und eure Fragen beantworte.

Wie halten sich die Pinguine warm, und wie halten sie ihren kleinen Nachwuchs warm?
Peter, 7 Jahre

Pinguine stellen sich bei Kälte ganz eng zu einem Kuschelhaufen zusammen. Stünde ein Pinguin immer nur in der Mitte, würde er überhitzen. Die Pinguine bewegen sich deshalb im Kreis, damit jeder mal innen und mal außen ist. Das haben mir meine Kollegen erklärt, die die Tiere genau beobachten.

Was essen Pinguine am allerliebsten?
Katharina, 7 Jahre

Die Frage habe ich direkt meinem Kollegen gestellt, der die Tiere erforscht. Und er sagt: Pinguine lieben Tintenfisch und Krill – das sind kleine Krebstierchen, die in riesigen Schwärmen durch den Ozean taumeln.

Gibt es in der Antarktis auch gefährliche Tiere?
Aurelius, 12 Jahre

Wir begegnen hier auf und über dem Eis nur Pinguinen und Robben, ab und an besuchen uns Sturmvögel und Skuas. Die sind zwar neugierig – für uns Menschen aber ungefährlich. Grundsätzlich gilt: Wir Menschen sind viel gefährlicher für die Tiere als andersherum – wir könnten von zu Hause Keime mit hierherbringen, die für die Eisbewohner gefährlich sind. Deshalb halten wir immer ein paar Meter Abstand, wenn wir einem Tier begegnen. Auf dem antarktischen Festland gibt es aber auch Arten, die uns gefährlich werden können. Seeelefanten kommen zum Beispiel zur Fortpflanzung her. Wenn wir ihnen in dieser Zeit zu nahe kämen, würden sie uns angreifen. Und auch im Wasser gibt es gefährliche Tiere. Seeleoparden und Schwertwale (Orcas) sind stets auf der Jagd nach größeren Lebewesen – und würden wohl auch uns Menschen angreifen.

Wie viele Eisbären hast du schon gesehen?
Theo, 8 Jahre

Schon einige, aber nicht hier in der Antarktis. Eisbären leben ausschließlich am Nordpol.

Gibt es in der Antarktis auch einen See? 
Ava, 3 Jahre

Ja, mehrere Hundert sogar, und Flüsse gibt es auch. Das ist superspannend, denn die Seen und Flüsse sind unterirdisch. Sie liegen Tausende Meter unter dem Eis verborgen und bestehen aus Schmelzwasser. Bisher wissen Forscher kaum etwas über die unterirdische Landschaft der Antarktis.

Gibt es Bäume in der Antarktis? 
Ada, 6 Jahre

Nein, Bäume gibt es hier keine, sie können im Eisboden nicht wachsen. Im Winter ist es hier außerdem monatelang dunkel, und Pflanzen brauchen zum Wachsen ja Licht. In den ganz wenigen eisfreien Gebieten am Südpol wachsen im Sommer aber Gräser, Moose, Flechten und Pilze. Die haben es geschafft, sich an die eisigen Bedingungen anzupassen.

Wie kalt wird es rund um den Südpol?
Ferdinand, 6 Jahre, Noelie 9 Jahre, Alva 6 Jahre

Die Antarktis ist der trockenste und kälteste Kontinent der Erde. Im Jahresdurchschnitt sind es hier –55 Grad Celsius. Am „wärmsten“ ist es an der Küste: Hier sind es im Winter –20 bis –30 Grad Celsius. Im Landesinneren ist es mit Temperaturen von –60 bis –70 Grad Celsius noch viel kälter. Hier an der Neumayer-Station waren im vergangenen Winter die niedrigsten Temperaturen –48 Grad Celsius. Jetzt, im antarktischen Sommer, kann es auch schon mal bis 0 Grad Celsius „warm“ werden.

Wie stark geht das Eis in der Antarktis zurück?
Linus, 8 Jahre

Bisher haben wir noch nicht feststellen können, dass das Meereis an unseren Messpunkten dünner oder der Schnee feuchter wird. Es ist also noch nicht so wie am Nordpol: Dort schmilzt das Meereis bereits deutlich. Aber wir befürchten, das wird bald auch in der Antarktis passieren. Dann werden wir Alarm schlagen und den regierenden Politikern und Politikerinnen sagen, dass sie dringend handeln müssen, um zu verhindern, dass die Polkappen abschmelzen. Die Pole sind nämlich sehr wichtig für das Weltklima, sie sind die Kühlschränke unserer Erde. Wenn sie schmelzen, wird sich das Klima noch schneller und stärker aufheizen als ohnehin schon.

Ist dir oft sehr kalt? Was tust du, damit dir bei den Wangen nicht kalt ist? Mir ist da oft kalt.
Anna, 8 Jahre

Wenn ich rausgehe, trage ich immer mehrere Schichten Kleidung: Wollunterwäsche, darüber eine Wärmeschicht aus Fleece und ganz außen eine Schicht gegen den Wind und die Feuchtigkeit, eine Schneejacke und -hose. Wenn es besonders kalt ist, kommt noch eine Daunenjacke dazu. Dazu Handschuhe, Mütze und warme Schuhe oder Stiefel. Für sehr kalte und windige Tage habe ich außerdem Masken und Schneebrillen, mit denen ich mein Gesicht abdecke. Dann kommt meine Haut gar nicht mit der Luft in Berührung. So sind auch meine Wangen geschützt.

Wie laut ist es bei dir?
Alicia

Auf der Station ist es so laut wie überall, wo viele Menschen zusammenleben und arbeiten und dazu unterschiedlichste Geräte laufen. Außerdem lärmen im Hintergrund die ganze Zeit Klima- und Lüftungsanlagen, denn wir können ja zum Lüften nicht das Fenster aufmachen. Aber wenn ich an einem windstillen Tag mit dem Schneemobil weit aufs Meereis rausfahre und dort den Motor abstelle, ist es wirklich mucksmäuschenstill.

Kann man in der Antarktis Fußball spielen?
Ben, 10 Jahre

Ja, natürlich. Egal, wo man auf Polarexpedition geht, sobald es sich ergibt und man ausreichend Leute zusammen hat, wird Fußball gespielt. Allerdings auf dem Eis, auf der Station geht das nicht. Drinnen haben wir dafür einen Sport- und Fitnessbereich. Einige treffen sich regelmäßig und üben Akrobatik.

Verstehst du dich gut mit den anderen Leuten, oder nervt ihr euch auch manchmal?
Pina, 11 Jahre

Mit rund 50 Menschen auf der Station zu leben und zu arbeiten: Das ist schon eine Herausforderung! Man kann fast nie einfach mal für mich sein. Ich teile mir mein Zimmer, ich teile mir mein Büro, in jedem Raum auf der Station sind immer Menschen um mich herum. Nie allein zu sein ist nicht ohne. Man gewöhnt sich aber dran. Ich schalte zum Beispiel gern mal ab, indem ich meine Kopfhörer aufsetze und Podcasts anhöre.

Was macht ihr, wenn ihr streitet?
5. Klasse der Städtischen Realschule in Kempten im Allgäu

Klar kriegen wir uns auch mal in die Haare. Mal war einer zu laut, mal lässt jemand etwas stehen – und dann kracht es. Wir sind ja auch nur Menschen, und manchmal ist man einfach genervt oder müde oder traurig oder wütend. Das Besondere hier ist, dass wir alle nicht wegkönnen. Deshalb ist es wichtig, sich nach einem Streit schnell wieder zusammenzuraufen. Ich versuche auch, auf die anderen Rücksicht zu nehmen. Zu Hause bin ich eher unordentlich, hier räume ich immer gut auf.

Findet dich der Weihnachtsmann am Südpol?
Leonie, 7 Jahre

Ich denke schon, dass er mich auch hier finden würde. Aber mir sind Geschenke an Weihnachten gar nicht so wichtig. Für mich zählt mehr, dass ich Zeit mit meinen Freunden und meiner Familie verbringe. Weil das in diesem Jahr nicht geht, habe ich mit denen vorgefeiert. Und um es mir jetzt mit meinen Kolleginnen und Kollegen auf der Forschungsstation gemütlich zu machen, brauche ich den Weihnachtsmann nicht.

Wie dick ist dein Schlafanzug?
Klasse 3a der 15. Grundschule in Dresden

Was für eine superlustige Frage! Auf der Neumayer-Station ist es ziemlich warm, so zwischen 20 und 23 Grad. Deshalb ziehe ich hier eine kurze Schlafanzughose und ein T-Shirt an. Aber wenn ich im Januar für mehrere Wochen im Eis unterwegs bin und im Zelt schlafen werde, muss ich mich wärmer anziehen. Da behalte ich einfach meine lange Wollunterwäsche an, vielleicht sogar noch die Fleece-Hose und -Jacke. Einen speziellen Polarschlafanzug habe ich jedenfalls nicht.

Was gibt es bei euch zu essen?
Klasse 6.4 und Kooperationsklasse, Gymnasium Osterholz-Scharmbeck

Die Kost ist sehr deftig, denn wir brauchen für unsere Arbeit in der Kälte viel Energie. Auf dem Speiseplan stehen zum Beispiel Nudeln mit Hackfleischsoße, Schnitzel mit Pommes und Brokkoli-Blumenkohl, Eintopf mit Schweinenacken. Es gibt immer auch ein Essen für die Vegetarier, Nudeln mit Tomatensoße, Karotten-Ingwer-Eintopf, Gemüse-Curry. Jeden Freitag bekommen wir zu Mittag Fisch, jeden Samstag einen Eintopf und sonntags ein Sonntagsessen, zum Beispiel Rouladen mit Spätzle und Wirsing. Und jeden Montag gibt es auf Neumayer zum Abendessen Pizza. Super, oder?!

Wie werdet ihr für die lange Zeit mit Essen versorgt? Und wechselt ihr euch beim Kochen ab?
Fabian, 6 Jahre

Die meisten Lebensmittel kommen einmal im Jahr mit der Polarstern, unserem Forschungs- und Versorgungs-Eisbrecher. Nudeln, Reis, Mehl, Kartoffeln und so etwas kann man einlagern. Fleisch, Fisch, Gemüse und Obst wird tiefgefroren. Frische Lebensmittel gibt es nur sehr selten – wenn die Polarstern gerade da war und manchmal jetzt im antarktischen Sommer, also zwischen Oktober und März, wenn Flugzeuge mit Forschenden eintreffen. Die haben oft auch Obst, Gemüse oder Eier an Bord. Beim Kochen müssen wir uns zum Glück nicht abwechseln. Es gibt auf der Station ein Team von neun bis zehn Leuten, das ein ganzes Jahr bleibt. Und die wichtigste Person in diesem Team ist für mich der Koch, der uns mit sehr gutem Essen versorgt. Beim Spülen packen wir dann alle mit an. Es gibt eine superschnelle Maschine, da tragen wir nach dem Essen unser Geschirr hin, trocknen gemeinsam ab und räumen es weg.

Hast du ein Kuscheltier dabei?
Kindergarten Wunderfitz, Lörrach

Sogar zwei – einen Keinohrhasen und einen gehäkelten Pinguin. Die beiden begleiten mich immer auf meinen Polarexpeditionen. Aber es sind keine klassischen Kuscheltiere, meist sitzen sie einfach auf meinem Bett herum. Obwohl ... gerade weiß ich gar nicht genau, wo die beiden sind.

Gibt es in der Antarktis Polarlichter – und könntest du ein Foto davon machen?
Leonie, 7 Jahre

Ja, natürlich gibt es auch in der Antarktis Polarlichter, sogar ganz, ganz tolle. Aber man sieht die nur im Winter, wenn es dunkel ist. Im Moment ist hier auf der Südhalbkugel Sommer. Seit der vergangenen Woche geht die Sonne gar nicht mehr unter, und es ist 24 Stunden am Tag hell. Deshalb können wir die Polarlichter gerade leider nicht sehen. Und ich kann euch auch kein Foto schicken.

Gibt es auf der Forschungsstation einen Garten für Blumen und Salat?
Bela, 5 Jahre

Es gab mal einen Versuch mit einem Gewächshaus- Container. Man wollte herausfinden, ob man frisches Gemüse unter sehr extremen Bedingungen anbauen kann, also ohne Erdboden und nur mit einer Nährflüssigkeit. Das Wissen wollte man auch für künftige Weltraum-Missionen zum Mars nutzen. Inzwischen gibt es dieses Gewächshaus nicht mehr, und man darf in der Antarktis auch keine Pflanzen züchten oder anbauen. Die Region ist sehr einzigartig und soll geschützt werden. Es dürfen keine fremden Keime, Sporen und Pflanzen hierher gelangen. Und deshalb pflanzen wir auf der Station auch keine Blumen und kein Gemüse an.

Wie viel von der Antarktis hast du bisher gesehen?
Hanne und Luise, 9 und 7 Jahre

Der antarktische Kontinent ist ungefähr eineinhalb- mal so groß wie Europa – also ganz schön groß. Verschiedene Länder haben hier Forschungsstationen, so wie wir die Neumayer-Station haben. Auf der bin ich gerade, ich war auch schon auf der britischen, der russischen und der indischen. Und ich habe kleine Inseln in Richtung Südamerika besucht. Meistens arbeite ich aber auf dem antarktischen Meereis, das den Kontinent umschließt, und da vorrangig im Weddellmeer. Dieser gefrorene Ozean liegt zwar vor dem Kontinent, zählt aber trotzdem zur Antarktis. Und von diesem Meereis habe ich schon eine ziemlich große Fläche gesehen.

Wie entsteht Schnee aus Wasser?
Logan, 7 Jahre

Zunächst bilden sich Wolken, die aus vielen, vielen kleinen Wassertöpfchen bestehen. Werden die zu schwer, fallen sie als Regen zu Boden. Sinkt die Temperatur in einer Regenwolke unter 0 Grad, gefrieren die Tröpfchen zu Eiskristallen, die sich miteinander verbinden. Als Schneeflocken kommen sie aber nur auf der Erde an, wenn die Luft, durch die sie fallen, mindestens 0 Grad hat. Ist es wärmer, werden die Kristalle zu Regen.

Gibt es auf eurer Forschungsstation Haustiere?
Moritz, 9 Jahre

Nein, wir dürfen keine Tiere mitbringen. Die Antarktis ist eine besonders geschützte Region der Erde und fast unberührt. Wenn wir Tiere herbringen, die hier nicht heimisch sind, kann das großen Schaden anrichten.

Gibt es bei dir Schlittenhunde? Und hast du schon Robben gesehen?
Noelie, 9 Jahre, und Alva, 6 Jahre

Schlittenhunde sind genau wie Haustiere nicht erlaubt. Ich düse mit Motorschlitten übers Eis. Und, ja, Robben habe ich dabei schon gesehen. Weddellrobbe heißt die Art hier am östlichen Rand des Weddellmeeres. Die Tiere liegen auf dem Eis rum und erholen sich von der Jagd. Von Weitem habe ich auch schon Robben mit Jungtieren chillen sehen.

Bist du schon mal in das eiskalte Wasser gefallen?
Aurelius, 12 Jahre

Nein, noch nie. Man geht nicht so nah an die Wasserkante, dass es passieren kann. Wenn man doch so nah rangeht, hat man ein Seil um oder einen besonderen Sicherheitsanzug, mit dem man nicht untergeht und in dem man trocken bleibt. Aber weil ich nicht an der Kante arbeite, hatte ich zum Glück noch keinen Kontakt mit dem kalten Wasser.

Wie und wie gut funktioniert das Internet? Und welche Antriebssysteme nutzt ihr? Benzin friert doch, und Akkus und Batterien funktionieren bei Kälte auch schlecht.
Ben, 10 Jahre

Du kennst dich ja gut aus! Unsere Station wird mit Polardiesel betrieben, das ist ein Kraftstoff, dem spezielle Zusatzmittel beigemischt werden, damit er bis –50 Grad Celsius flüssig bleibt. Außerdem haben wir eine Windkraftanlage, über die wir zusätzlich Energie gewinnen. Wenn ich draußen im Eis arbeite, nehme ich Akkus mit, und die müssen einfach so lange wie möglich warm gehalten werden. Einfacher Trick: Ich trag sie am Körper. Ich hab aber auch eine Wärmebox auf dem Schneemobil, in der sie es schön muckelig haben. Und zum Internet: Das läuft über eine Satellitenverbindung. Manchmal gibt es Störungen, dann brauch ich Geduld. Aber bisher sind all eure Fragen angekommen.

Wie dick ist das Eis in der Antarktis, und wie kann man das herauszufinden, wenn man nur einen kleinen Bohrer hat?
Mattis, 5 Jahre

Das Landeis ist zum Teil mehrere Kilometer dick. Das wissen wir, weil es an einzelnen Stellen Bohrungen gab, die bis aufs antarktische Festland hinuntergingen. Diese Bohrungen haben mehrere Jahre gedauert. Die dickste Stelle des antarktischen Eispanzers ist knapp 4900 Meter dick. Das Eis, auf dem unsere Station steht, ist 240 Meter dick. Und das Eis, das sich auf dem Meer bildet und das ich erforsche, ist nur ein bis zwei Meter dick. Da komme ich mit meinem Bohrer ganz wunderbar durch.

Aus wie vielen Schichten besteht eine Eisscholle?
Elias, 8 Jahre

Eine Eisscholle besteht anfangs aus nur einer Schicht. Die wird mit der Zeit immer dicker. Aber Eis bildet sich nicht nur, weil der -Ozean kalt ist und die Luft darüber noch kälter. Das Eis wächst auch, wenn einzelne Schollen aufbrechen und die Schollenteile sich übereinanderschieben. Sie türmen sich dann immer höher auf. Dabei entstehen sogenannte Eisrücken, die aus mehreren Schollenschichten bestehen. Und die können sogar bis zu zehn Meter hoch oder dick werden.

Ist dir manchmal heiß in deinem Anzug?
Melina und Reza aus Österreich

Ja, und wie! Auf dem Schneemobil müssen wir uns gegen den Fahrtwind ziemlich dick einpacken. Ich ziehe also warme Sachen an, bevor ich rausgehe: Unter meinem Schneeanzug trage ich eine Hose und Jacke aus Fleece und Wollunterwäsche. Aber sobald ich mich bewege, wird es warm. Wenn wir dann ein Stück laufen oder unsere Ausrüstung übers Eis schleppen oder an einer Messstation im Schnee buddeln, komm ich schon mal ins Schwitzen – und zieh Schicht für Schicht aus. 

Forscht ihr auch unter Wasser?
Frieda, 9 Jahre

Na klar, und auch das auf ganz vielfältige Art und Weise. Mein Team und ich, wir haben zum Beispiel ein Gerät, mit dem wir die Temperatur und den Salzgehalt des Meerwassers unter dem Meereis bestimmen. Das Gerät konnten wir hier durch ein Loch im Eis hinablassen. Andere Kollegen schauen sich das Leben im Wasser an und haben dafür einen kleinen Tauchroboter dabei. Mit dessen Hilfe wollen sie lernen, wie sich die Robben hier in der Region ernähren. Sie untersuchen zum Beispiel auch, wie viele Fische unter dem Eis leben.

Zerstört die Forschung eventuell auch etwas in der Antarktis?
Klasse 9b, LVR-Schule am Königsforst in Rösrath

Eine sehr gute Frage! Natürlich stoßen wir Forscherinnen und Forscher zum Beispiel CO₂ aus, wenn wir in der Antarktis sind. Aber gleichzeitig finden wir mit unserer Forschung ja etwas heraus, womit wir die Antarktis schützen können. Deshalb ist der Nutzen am Ende hoffentlich sehr viel größer als der Schaden. Wir versuchen auf der Station auch immer klimafreundlicher zu werden. Wir haben eine Windanlage zur Stromerzeugung und bekommen bald noch eine größere. Und wir experimentieren auch mit Solarenergie.

Hast du auch eine Frage? Dann schreib an antarktis@zeit.de

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