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ZEIT LEO  Ausgabe 6/2018

ROBOTER AM WERK

Sie helfen jetzt dabei, Flugzeuge zu bauen.
Wie gut klappt das? Und was bedeutet es für ihre menschlichen Kollegen?

Text: Maria Rossbauer

Ein bisschen sehen Renate und Luise aus wie Schreibtischlampen:
knallgelb und mit großem schwarzen Kopf. Allerdings sind sie viel riesiger. Sie können sich höher als die größte Giraffe in die Luft strecken – und jede von ihnen wiegt so viel wie vier Elefanten zusammen. Renate und Luise stehen in Hamburg- Finkenwerder bei Airbus. Das ist eine Firma, die Flugzeuge herstellt. Sie gehört zu den größten Flugzeugbauern der Welt. Rund 700 Flugzeuge verkaufte Airbus im letzten Jahr an Fluggesellschaften wie Lufthansa oder Emirates. Ein mittelgroßes kostet etwa 87 Millionen Euro. An jedem Flugzeug arbeiten viele Tausend Menschen. Und jetzt auch noch Luise und Renate. Die beiden sind die neuen Mitarbeiter auf Station 41. Sie sind Roboter.

Roboter sind Maschinen, die selbstständig Bewegungen ausführen können.
Dafür werden sie von Menschen programmiert. Weil sich die Technik ständig weiterentwickelt, können sie immer schwierigere Aufgaben übernehmen. Bisher halfen Roboter in der Autoindustrie mit – aber kaum beim Flugzeugbau. »Bei uns müssen Roboter viel genauer arbeiten«, sagt Björn Timm, der Chef von Station 41. »Wenn ein Bohrloch einen Millimeter vom Plan abweichen würde, wäre das schon ein Problem.« Inzwischen können Roboter ganz exakt bohren. Deshalb gehören Renate und Luise jetzt fest zum Team. Ihr Arbeitsplatz ist eine große graue Halle, in die locker drei Flugzeuge passen. Es riecht nach Metall und Farbe, von irgendwoher schallt Radiomusik. An den Flugzeugen stehen Hebebühnen, die Arbeiter darauf tragen blaue Klamotten. Sie schrauben oder hämmern an den Maschinen herum. Renate und Luise sind mittendrin. Sie bohren Löcher in die Bauteile aus Aluminium und schießen danach graue Niete hindurch. 2000 Niete sind es pro Bauteil. So verbinden die Roboter das Vorderteil eines Flugzeugs mit dem Hinterteil. »Was Renate und Luise machen, ist sehr wichtig«, sagt Björn Timm. »Dank ihrer Arbeit hält das Flugzeug überhaupt zusammen.«

Fotos: Heinrich Holtgreve.

 

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