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ZEIT LEO  Ausgabe 2/2018

Die Knete lebt

Bis sie sich im Kino bewegt, müssen  allerdings Bastler und Puppenspieler  jahrelang arbeiten. Ein Besuch in den  Studios des Films »Early Man«.

Text: Sarah Schaschek

«Der steht nicht richtig im Licht«, murmelt Daniel. Er schiebt die kleine Knetfigur vor sich ein Stück nach links, dann drückt er auf den Auslöser seiner Kamera. Klick. Nun schraubt er dem Knetmännchen den Kopf ab und bohrt ihm ein dünnes Stäbchen ins Auge. Er zieht damit die Pupillen nach oben, dreht den Kopf wieder auf den Hals und macht noch ein Foto. Biegt den Arm zur Seite und nach oben, schiebt die Pupillen hin und her, setzt verschiedene Münder an das Männchen. Klick-klick, klick-klick macht die Kamera.

Daniel ist Knet-Animator, er bringt Knetfiguren zum Leben. Aus seinen Fotos wird später eine Szene für »Early Man«, ein Film über Steinzeitmenschen (mehr dazu steht auf der nächsten Seite). Wenn der Ende April in die Kinos kommt, werden wohl die wenigsten Zuschauer darüber nachdenken, wie er produziert wurde. Dabei ist das mindestens so spannend wie der Film selbst. Denn alles, was sich in »Early Man« bewegt, hat jemand wie Daniel mit der Hand gemacht.

Der Knet-Animator arbeitet in den Aardman-Filmstudios in der südenglischen Stadt Bristol. Dort werden seit 40 Jahren Knetfilme gedreht. Auch die Titel »Shaun das Schaf« und »Wallace & Gromit« wurden zum Beispiel hier aufgenommen. Von außen sehen die Studios einfach nur aus wie eine Turnhalle. Drinnen aber könnte man glauben, dass man sich in einem riesigen Gebäude für Kunstunterricht befindet. [...]

Fotos: 2018 Studiocanal S.A.S.
and The British Film Institute

 

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